Die Quelle – Ästhetik der Täuschung
Eine multimediale Untersuchung der visuellen Strategien von Verschwörungsmythen.
„Die Quelle – Ästhetik der Täuschung.“
Eine multimediale Untersuchung der gestalterischen Strategien von Verschwörungsmythen.
Wie entstehen Verschwörungserzählungen und warum wirken sie auf manche Menschen so überzeugend?
Die Masterarbeit „Die Quelle – Ästhetik der Täuschung“ untersucht nicht den Wahrheitsgehalt von Verschwörungsmythen, sondern ihre visuelle und mediale Inszenierung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gestaltung und Narrative unsere Wahrnehmung von Wahrheit beeinflussen.
Kern der Arbeit ist eine großformatige Zeitung, die selbst wie eine Verschwörungserzählung funktioniert. Inszenierte Fotografien, scheinbare Statistiken, erfundene Quellen und teilweise authentische Zitate aus der Verschwörungsszene greifen ineinander und erzeugen den Eindruck einer schlüssigen Beweiskette. Das Layout wird im Verlauf zunehmend fragmentierter und simuliert so das schrittweise Abrutschen in ein digitales „Rabbit Hole”.
Erst am Ende werden die eingesetzten Manipulationsstrategien offengelegt und die Mechanismen hinter der vermeintlichen Glaubwürdigkeit sichtbar gemacht.
Ergänzt wird die Zeitung durch eine Rauminstallation. Teil davon ist eine Überwachungstaube mit integrierter Live-Kamera sowie mehrere Videos, die auf Röhrenmonitoren gezeigt werden. Die verschiedenen Elemente schaffen einen Erfahrungsraum, in dem die Besucher:innen selbst zwischen Glauben und Zweifeln, Inszenierung und Fiktion navigieren müssen.
Die Arbeit setzt bewusst auf analoge Medien wie Zeitung, Camcorder, Röhrenfernseher und eine handgefertigte Taubenskulptur. In einer Zeit, in der KI-generierte Inhalte und digitale Bildmanipulation das Vertrauen in Informationen zunehmend erschüttern, untersucht „Die Quelle”, wie Glaubwürdigkeit durch Gestaltung entstehen kann.
Studierende
Hannah Simon