Semesterschau

Exhibit: 18 Experimentelle Schriftgestaltungen über Migration
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Experimentelle Schriftgestaltungen über Migration

Mahnur Mirza / Prof. Dirk Wachowiak / Kommunikationsdesign

Migration ist ein vielschichtiger gesellschaftlicher und kultureller Prozess, der von Bewegung, Wandel, Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit geprägt ist. Diese Masterarbeit untersucht, wie sich diese komplexen Erfahrungen mithilfe experimenteller Typografie visuell übersetzen lassen.

Ausgangspunkt der Arbeit war die Frage, welche gestalterischen Parameter von Schrift, etwa Form, Kontrast, Kontur, Lesbarkeit oder Anordnung, genutzt werden können, um unterschiedliche Aspekte von Migration sichtbar und erfahrbar zu machen. Dafür wurden zahlreiche typografische Experimente entwickelt, in denen die Möglichkeiten der Schrift systematisch untersucht und gestalterisch ausgelotet wurden.

Die entstandenen Arbeiten wurden in sechs eigens definierten Phasen des Migrationsprozesses eingeordnet. Diese Phasen bilden ein konzeptionelles Gerüst, das unterschiedliche emotionale, soziale und kulturelle Zustände innerhalb von Migration beschreibt und die Experimente in einen narrativen Zusammenhang stellt. Ziel war es nicht, Migration eindeutig abzubilden, sondern ihre Dynamik, Vielschichtigkeit und Ambivalenz durch typografische Mittel zu interpretieren und erfahrbar zu machen.

Sämtliche Experimente wurden in einer Publikation im Format 170 × 277 mm mit 246 Seiten dokumentiert. Das Buch dient sowohl als gestalterische Dokumentation des Forschungsprozesses als auch als visuelle Auseinandersetzung mit dem Thema Migration.

Auf Grundlage der Experimente entstanden außerdem drei eigenständige experimentelle Schriftfamilien. Jede der Typefaces setzt sich mit einem unterschiedlichen gesellschaftlichen oder kulturellen Aspekt von Migration auseinander und entwickelt dafür eine eigene formale Sprache. Die Schriften werden jeweils in einem eigenen Type Specimen im A5-Format mit 36 Seiten vorgestellt und dokumentieren sowohl ihren gestalterischen Hintergrund als auch ihre typografischen Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten.

Die Arbeit versteht experimentelles Type Design als gestalterische Forschungsmethode und zeigt, wie Typografie über ihre funktionale Rolle hinaus als Medium genutzt werden kann, um gesellschaftliche Themen zu reflektieren, komplexe Prozesse sichtbar zu machen und neue Formen visueller Kommunikation zu entwickeln.

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